Welche “Es” Verfilmung ist besser?

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Welche Verfilmung von Stephen Kings „ES“ ist besser?

Diese Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten, obwohl es sich bei den Fassungen von 2017 und 2019 um Kinofilme mit einem entsprechend größeren Budget handelt. Welche Verfilmung von Es ist aber nun die Bessere?

Als Vertreter der Generation X bin ich natürlich mit der ersten Welle der Stephen King Verfilmungen in den späten Achtzigern und frühen Neunzigern aufgewachsen, damit natürlich auch mit der ersten Verfilmung von 1990. Damals „musste“ man den Film einfach sehen und er ist definitiv mehr als sehenswert. Tim Curry als böser Clown Pennywise und Jonathan Brandis als Bill Denbrough werden mir wohl immer in Erinnerung bleiben – wer kann es mir verdenken, denn ich war 1990 genau zwölf Jahre alt, und damit natürlich das perfekte Mitglied im „Club der Verlierer“. Aus diesem Grund wird diese Fassung wohl immer ein Stück näher an mir dran sein, als die späteren Verfilmungen. Einschränkend muss ich jedoch hinzufügen, dass ich damals noch nicht die Buchvorlage gelesen habe und meine Wertung sich deshalb eigentlich ausschließlich auf das Funktionieren als mitreißende Mischung aus Coming of Age und Mystery-Film bezieht. Den Roman „Es“ habe ich erst dieses Jahr gelesen und kann erst jetzt etwas über die Detailgetreue der Verfilmung sagen. Das muss der Fairness wegen gesagt werden.

Die Neunziger Fassung von „Es“

Dieser Verfilmung glänzt durch liebevolles Fünfziger-Setting während der Jugendzeit der Protagonisten. Ebenso sind viele wesentliche Charaktere aus dem Buch besetzt und gut getroffen worden. Im Erwachsenenteil dominiert der Zeitgeist die Achtziger, was durch das Produktionsjahr zu erklären ist und deshalb auch völlig authentisch ist. Schulterpolster und Co. sind ein eindeutiges Zeugnis dafür. Tim Curry dominiert „Es“ mit seiner Rolle und es damals kam es  nicht den Sinn, dass diese Wesenheit im Buch noch viele andere Facetten haben könnte. Lediglich beim finalen Kampf könnte man stutzig werden, akzeptiert es aber letztlich, da der Film sehr befriedigend endet und somit kein Raum für überflüssige Fragen lässt.
Derry hingegen wird hier nicht wirklich gut dargestellt. Einziges Aha-Erlebnis bieten die Barrens, wobei der Eindruck entsteht, dass dieser Handlungsort nur wenige Meter neben der Straße liegen würde und eigentlich nur einen Bachlauf umfasst – im Roman ist es eine Mischung aus Flusslauf- und Moorlandschaft. Es ist eben ein Fernsehzweiteiler und für mehr Kulisse war vermutlich einfach kein Geld vorhanden. Das Clubhaus gibt es ebenfalls nicht.
Das größte Manko dieser Fassung stellt für mich aber etwas anderes dar, nämlich die Streichung von allem, was mit dem Ritual von CHÜD und damit auch der Herkunft von Es zu tun hat. Auch das Makroversum wird komplett ausgespart, natürlich auch die mystische Rolle der „Schildkröte“. Am Ende bleibt ein wirklich schöner Zweiteiler, der sich „Verfilmung“ nennen darf, obwohl sogar zentrale Elemente der Vorlage fehlen. Es handelt sich schließlich um ein eintausendfünfhundert Seiten starkes Werk, dass in seiner Gänze wohl nicht umgesetzt werden kann. Der Zweiteiler ist gut gealtert und kann auch heute noch für wohligen Schauer an einem langen Wochenende sorgen.

Die Verfilmungen von 2017 und 2019

Hier traf mich gleich zu Beginn der sprichwörtliche Blitz, denn die Jugendlichen-Handlung wurde ins Jahr 1988 verfrachtet, wohingegen die Erwachsenen-Handlung in unserer Jetzt-Zeit stattfindet. Das gelingt sehr gut, ist leider aber alles andere als originalgetreu. Das Dumme ist nur: Als Relikt der Generation X gefällt mir das natürlich und wahrscheinlich war auch genau das der Grund für den Kniff der Filmemacher: Man wollte die jetzige Zielgruppe nicht mit einem Fünfzigerrevival vergraulen. Auch wenn ich ein Faible für die Achtziger habe, finde ich diese Entscheidung schade, da sie den Geist der Vorlage ausradiert. Dies möchte ich jedoch gleich etwas einschränken, denn auch dieser Verfilmung ist dennoch absolut sehenswert. Bitte nicht abschrecken lassen!

An dieser Stelle möchte ich nicht damit fortfahren, Unterschiede zwischen Buch und Verfilmung detailliert zu beschreiben. Daran gemessen, wären die beiden Kinofilme mittelschwere Katastrophen. Das ist jedoch keinesfalls so, ganz im Gegenteil. Regisseur und Drehbuchautor sind lediglich einen völlig anderen Weg gegangen, als ihre Kollegen in den Neunzigern. Beide Parteien haben sich bis zum Erbrechen mit der Vorlage beschäftigt. Desinteresse oder Arroganz kann und darf man beiden nicht vorwerfen. In der Neuverfilmung entschied man sich sehr oft der Neuinterpretation, anstelle der sklavischen Umsetzung der Buchvorlage. „Adaption“ wäre vielleicht auch ein passendes Wort. Dies betrifft sowohl die Mitglieder des Clubs der Verlierer, die Handlung und auch das Ritual von CHÜD. Lobenswert finde ich, dass hier die mögliche Herkunft des Bösewichts dargestellt wird und der Zuschauer sich selbst noch weitere Gedanken dazu machen kann. Leider bleibt auch bei dieser Verfilmung das Makroversum völlig außen vor.
Die Figuren wurden sehr liebevoll getroffen, entsprechen jetzt natürlich einem anderen Zeitgeist und wurden in vielerlei Hinsicht transformiert. Sei es drum, das wurde gekonnt gemacht und der Wesenskern der Charaktere wurde erhalten. Was ich jedoch sehr schade finde, ist der Verzicht auf die sanfte Führungsrolle von Bill Denbrough. Es mag sein, dass dies auch nicht mehr so zeitgemäß ist, macht jedoch ganz klar die Gruppendynamik des Clubs aus. Glücklicherweise darf man wenigstens einmal sein charakteristisches „Heyho Silver!“ hören, sonst wäre ich jedoch auch wirklich enttäuscht gewesen.
Wirklich fantastisch ist jedoch die Darstellung von Derry mit all´ seiner Morbidität und „desinteressierten“ Erwachsenen. Außerdem dachte ich mir immer wieder: Ja, so habe ich mir das vorgestellt: die Stadt, die Kussbrücke, die Barrens, das Haus in der Neibold-Street. Besser kann man das nicht umsetzen.
Die Stimmung in den neuen Verfilmungen ist definitiv horrorlastiger, als in der Neunzigerfassung und deshalb werkgetreuer. Gegen Ende von Teil 2 wurde es mir jedoch manchmal etwas zu düster, was natürlich Geschmackssache ist. Der größte Kritikpunkt an der Neuverfilmung ist die schiere Sperrigkeit des zweiten Teils. Zwei Stunden und Fünfzig Minuten waren für mich ein gutes Argument, den Film in zwei Teilen zu genießen. Mit etwas Raffinesse hätte man die Umsetzung durchaus kompakter halten. Die Szene auf dem Stadtfest und dem kleinen Jungen im Spiegelkabinett, sowie das Mädchen beim Baseballspiel waren z.B. weder für die Handlung wichtig, noch hätten sie irgendeinen anderen Sinn gemacht. Vielleicht sollten diese beiden Ereignisse den Verlierern verdeutlichen, dass Es tatsächlich weitermacht, ich weiß es nicht…

Fazit

Wenn ich mich auf die bessere Fassung festlegen muss, sind das die Fassungen von 2017 und 2019. Ich will aber betonen, dass die Neunzigerfassung nicht wesentlich schlechter abschneidet und auch heute immer noch ihren Stellenwert hat. Mit etwas Ironie gesegnet, könnte man es so ausdrücken: Wenn Du die beste Fassung sehen willst, dann schaust Du zuerst die Neunziger-Fassung und dann die aus den Zweitausendern. Am Ende hast Du dann rund acht Stunden vor der Glotze gehangen und die hättest Du auch in die Lektüre von Es stecken können… Nein, das ist auch gemein. Die Filme haben mich beide gut unterhalten, jeweils auf ihre ganz eigene Weise. Wer weiß, vielleicht war es Stephen Kings Cameoauftritt in der Neuauflage, der den letzten Ausschlag für meine Meinung gegeben hat.

Nachwort

Die „beste“ Verfilmung ist vermutlich wirklich die aktuellere, jedoch bleiben noch viele Dinge unerzählt. Sind es vielleicht gar zu viele Lücken? Beide Verfilmungen versuchen Zusatzinformationen und Goodies zu verteilen, was ihnen auch gelingt. Aber nehmen wir eine Figur wie Henry Bowers (hier finde ich die aktuellere Version um Längen besser). Das Treiben dieser miesen Type hätte ich gerne noch länger verfolgt, was aus genannten Gründen nicht möglich war. Irgendjemand hat mal gesagt, dass heutige Serien mit ihrer horizontalen Erzählweise einem Roman am nächsten kommen würden. „Es“ ist ein gutes Beispiel dafür: Die zahlreichen Episoden im Konflikt des Verliererclubs mit Henry Bowers und Co., die Auftritte von Es und vieles andere mehr, könnten in einem solchen Format perfekt in Szene gesetzt werden. Im Grunde ist das ja grotesk, denn ich rede hier von einer Serie, nachdem es bereits zwei richtig gute Verfilmungen des Buchs gibt. Dennoch bin ich überzeugt, dass dies durchaus wünschenswert wäre – einfach, weil es diesem Meisterwerk noch gerechter werden könnte. Und ganz am Ende steht mal wieder die Erkenntnis: Ja, ich bin eben ein Buchmensch…

Stephen King und ich

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Stephen King begleitet mich in meinem Leserleben schon sehr lange. Wie viele Bücher ich von ihm bisher gelesen habe, kann ich nicht sagen – es waren jedenfalls eine ganze Menge. Als Autor verändert sich jedoch die Art, wie man liest. Vermutlich kann man das nicht pauschalisieren, ich lese mittlerweile genauer und vermutlich auch intensiver.

“Es” ist ein Buch, mit dem ich lange nicht “zusammengekommen” bin. Als Jugendlicher habe ich das Buch gekauft, um es ins Regal zu stellen. Irgendwann habe ich es verliehen und nie zurück bekommen, man kennt das. Vor ein paar Jahren habe ich mir die E-Book-Version gekauft, die aber fehlerhaft konvertiert wurde und in der Mitte des Buches anfing. Seltsam, aber so steht es geschrieben. 2020 habe ich mir die ungekürzte Neuübersetzung zugelegt, um sie einmal mehr ins Regal zu stellen. Dieses Mal habe ich mir das Schlachtschiff von gut 1500 Seiten in meinem Weihnachtsurlaub vorgenommen. Dreihundert Seiten habe ich gelesen, mit Kleinkind im Hintergrund ging einfach nicht mehr. Wo ist das Buch hingekommen? Klar, ins Regal. Dann ist mir David Nathans wunderbare (ungekürzte) Hörbuchfassung in die Hände gefallen und ich habe sie knallhart durchgezogen. Jetzt weiß ich, was mir da die ganze Zeit Zeit entgehen gelassen habe, nur weil ich Respekt vor 1500 Seiten hatte. Das passiert mir definitiv nicht nochmal.

“Es” hat mich in seinen Bann gezogen, mit Haut und Haaren. Deshalb habe ich mir letzte Woche die Verfilmung von 1990 angesehen und dieses Wochenende die Fassungen von 2017 und 2019. Dazu werde ich aber einen separaten Beitrag verfassen.

Wie ich oben geschrieben habe, verändert sich die Art des Lesens, wenn man Autor ist. Habe ich King vorher vor allem als Unterhaltungsschriftsteller gesehen, halte ich ihn (auch nach “Es”) für einen Schriftsteller, der noch zu Lebzeiten zu den amerikanischen Klassikern gezählt werden könnte. AUs dem Grund werde ich zukünftig im Re-Read gerade seine frühen Werke vorstellen, aber natürlich auch neue Werke.

Mein “erstes Mal” mit Larry Brent

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Copyright: Russel & Brandon

Larry Brent: Die PSA-Akten Teil 1: Die Rückkehr

Jetzt ist es endlich soweit, ich hatte jetzt auch endlich „Kontakt“. Als bekennender Pulpist habe ich meine später Kindheit und Jugend ziemlich viel im „Universum der Hefte“ verbracht. Dabei sind mir natürlich immer mal wieder Dan Shockers aka Jürgen Grasmücks Romane begegnet (ich meine mich an ein paar Dämonenland-Bände zu erinnern), aber aus irgendwelchen Gründen habe ich diese nicht gelesen.

Dieses Versäumnis wollte ich schon einige Zeit nachholen. Da ich auch großer Hörspielfan bin, kam mir Larry Brent von der Russel & Brandon Company gerade recht.

Erwartungsvoll legte ich die CD ein und erlebte den ersten Teil eines temporeichen Zweiteilers. Ich war ziemlich überrascht, denn das Larry Brent-Universum war schon sehr konkret ausgestaltet, was durch zusammenfassenden Metatext mitgeteilt wurde. Im Nachhinein habe ich herausgefunden, dass „Die Rückkehr“ sich nicht auf Larry Brent Band 1 stützt, sondern auf Band 110 „Zombies im Orientexpress“. Insgesamt gibt es 213 originale Abenteuer von Dan Shocker und weitere, von Kollegen verfasste Bände. Der Grund für den Start bei Band 110 könnten urheberrechtlichen Umständen sein, aber das soll uns hier mal nicht weiter interessieren.

Im Abspann des Abenteuers bezeichnet die Russel & Brandon Company ihre Hörspiele als „Kino für die Ohren“ und genau das würde ich auch attestieren. Bereits in Folge 1 wird ein wahres Feuerwerk an tollen Sounds und Musik abgebrannt, was mich wirklich begeistert hat. Ergänzt wird das Ganze dann durch bekannte und sehr talentierte Stimmen, was in der Kombination mit der hochwertigen Produktion sicherlich auch eine Art Benchmarking in diesem Bereich ist.

Wo viel Licht ist, gibt es natürlich auch Schatten. Diesen sehe ich in dem späten Einstieg der Serie (was aber durch die erzählenden Passagen ausgeglichen wird). Trotzdem merkt man dem Abenteuer an, dass es eben kein „Einstieg“ in die Welt von Lary Brent ist, sondern „mittendrin“ beginnt. Der positive Aspekt davon ist aber, dass sich Kenner der Serie sofort wohlfühlen und keinesfalls durch langweilige Zusammenfassungen ausgebremst werden. Trotzdem habe ich als Einsteiger meinen Spaß gehabt, verfing mich aber in Detailfragen (Z.B. Wie geht das jetzt mit dem Laser genau? Ist das eine Pistole, oder ist die Waffe  in den Ring der Agenten integriert?) Ich verfange mich eben gerne in Detailfragen, vielleicht wird das aber auch in Teil 2 geklärt werden.  Von daher:  Nur ein Mini-Minuspunkt!

Neben den bereits genannten Pluspunkten muss ich auch das Tempo des Hörspiels loben – behäbig ist anders. Larry Brent von Russel & Brandon muss sich keineswegs hinter den Audioversionen von Dorian Hunter und John Sinclair verstecken!

Kurz und Gut: Ich finde Folge 1 ist ein fulminanter Start in die Larry Brent-Serie und hat mich wirklich neugierig gemacht. Modernes Storytelling mit super Effekten, tollen Sprechern und viel Spannung!

Ob ich weiterhören werde? Na logen…

#anzeige #markennennung #kostenlosewerbung

Rocky Beach: Justus, Peter und Bob sind erwachsen geworden

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Ich bin ja bekennender Hörspielfreund und das bedeutete in meiner Kindheit vor allem Jan Tenner, aber auch die Drei ???. Die Serien begleiten mich auch heute noch, ich möchte sie nicht mehr missen, in meinen Augen sind sie absoluter Kult.

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Ich bin ja bekennender Hörspielfreund und das bedeutete in meiner Kindheit vor allem Jan Tenner, aber auch die Drei ???. Die Serien begleiten mich auch heute noch, ich möchte sie nicht mehr missen, in meinen Augen sind sie absoluter Kult.

Vor einigen Monaten habe ich erfahren, dass es mit Rocky Beach auch eine Graphic Novel der Drei ??? gibt.Da ich auch mit Comics etwas anfangen kann, musste ich mir diese Adaption natürlich ansehen. Der Clou an der Sache: Es ist nicht „nur“ ein Comic aus dem Kosmos der Drei ???, sondern auch ein Gedankenexperiment: Wie wären Justus, Peter und Bob als Erwachsene?

Rocky Beach trägt als Untertitel „Eine Interpretation“, was ich sehr erfreulich fand. Auf diese Weise wird verhindert, dass durch Rocky Beach eine verpflichtende Vorstellung der drei Detektive beim Leser entsteht. Deshalb konnte ich den Band auch wesentlich besser lesen, denn es ist ja nur eine Variante dessen, was möglich ist. Hätte, wäre, wenn… Ihr wisst schon.

Schon das Cover vermittelt deutlich, dass in der Graphic Novel nicht alles eitler Sonnenschein und bestimmt keine heile Welt sein wird und will. Das bleibt auch während der ganzen Geschichte so, die gänzlich in SW gehalten ist. Die Zeichnerin Hanna Wenzel hat einen ganz eigenen Stil, der fast schon anfassbar plastisch wirkt und mir ziemlich gut gefallen hat.

Der Autor Christoph Tauber zeichnet das Bild eines düsteren Rocky Beach, dass somit zusammen mit den Protagonisten erwachsen geworden ist. Die Stadt hat massive Probleme und definitiv auch eines mit der Polizei. Die Story beginnt mit dem Verschwinden eines afroamerikanischen Bürgerrechtlers und gewinnt somit eine Aktualität, dass sie durchaus auch in der Realität ihren Platz finden könnte.

Der Autor entwickelt eine Hard Boiled-Story, in der es letztlich nur Verlierer gibt. Mir gefällt so etwas durchaus, aber der Kulturshock zwischen den Drei ??? und Rock Beach ist fast schon zu krass. Leider muss ich sagen, dass (auch deshalb) die Story vielleicht der größte Verlierer ist. Letztlich gibt es nämlich am Ende nicht die ersehnte finale Auflösung, die Frage nach dem Warum bleibt unbeantwortet. Schade, aber auch nicht völlig fremd im Film Noir. In diesem speziellen Fall finde ich es jedoch etwas ärgerlich, da in den 186 Seiten sicherlich Raum für ein runderes Ende gewesen wäre.
Trotzdem bewerte ich Rocky Beach definitiv mit einem „gut“. Es gibt Anspielungen auf den Serienkosmos, die Geschichte ist spannend und der Autor kennt die Figuren sehr genau. Trotzdem ist seine Interpretation von Justus, Peter und Bob nicht meine. Das muss sie aber auch gar nicht sein, denn Rocky Beach ist nur eine Variante. Meine drei Detektive wären anders als Erwachsene (wie auch Rocky Beach selbst), besonders auch Justus. Vielleicht ist aber auch dieser Bruch mit der Erwartung des Lesers ein dramaturgischer Kniff? Wie auch immer, Rocky Beach hat für mich funktioniert und war unterhaltsam. Das Setting hat für mich am Ende des Tages nicht funktioniert: Drei ??? und Hardboiled / Film Noir passen für mich leider nicht zusammen.

Jan Tenner: Tanjas großer Kampf (11)

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Endspurt in der zweiten Staffel von Jan Tenner: Der neue Superheld. War ich schon bei der letzten Episode sehr positiv gestimmt, setzt sich der Trend auch in Folge 11 fort. War der Kampf gegen das Nichts in der letzten Folge kurz ausgesetzt worden, weil der Wächter der Zeiten unseren Helden helfend unter die Arme gegriffen hat, so kommt es nun zur finalen Konfrontation.

Jan Tenner ist 2021 wieder dort angekommen, wo er in den späten Achtzigern gestoppt wurde: Die Serie hat ihren ganz eigenen Ton gefunden, die sie von vielen anderen Serien unterscheidet. An dieser Stelle möchte ich aber auch ganz klar sagen, dass dieser Ton natürlich auch nicht mehr der Ton der Classic Serie ist. Vieles erinnert an vergangene Zeiten, besonders weil sich in dieser Staffel ganz besonders auf an einige Fundamente der Classic Serie besonnen wurde (das  Nichts, Logar, Zweistein…). Ich fand das extrem wichtig und gut, denn damit wird (trotz des neuen Charakters der Serie) der Übergang in die neue Welt erleichtert. Zusätzlich gewinnt das neue Universum deutlich an Tiefe, die eine neue Serie so nur schwer erreichen kann.

Nun aber zurück zu Folge 11: Tanjas Kampf. Das Nichts ist und war ein absoluter Übergegner. Nicht nur General Forbett verzweifelt bei dem Gedanken, wie man etwas bekämpfen kann, das materiell nicht existiert. Hier deute ich schon an, in welche Richtung sich die neue Serie orientiert: Psychologische Spannung und teilweise sogar philosophische Ansätze, garniert mit Action und einer wirklich tollen Produktion. Am Ende der Episode wird eine Lösung gefunden, die mir gut gefallen hat. Gleichzeitig wartet die Episode mit einem Finale auf, das zumindest mich doch sehr überrascht hat.

Einziger Kritikpunkt ist einmal mehr General Forbett, der mal wieder sehr scherenschnittartig mit den immergleichen Plattitüden agiert und (eigentlich) ziemlich überflüssig war. Ehrlicherweise ist das aber sogar nachvollziehbar, denn die Figur hat einfach zu wenig Background. Das ist eigentlich schade, denn in elf Folgen hätte doch eigentlich etwas Platz für etwas Background gewesen… Forbi muss doch nicht immer wieder vom Militärgericht anfangen;-)

Der Episode liegt der lesenswerte Mini-Comic Der Stern der Macht bei, was Sammlerherzen definitiv höherschlagen lässt!

#WerbungWegenProduktnennung #Unbezahlt

Ich und H.G. Wells

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Copyright: Stefan Hensch

Ich und H.G. Wells

Bevor jetzt direkt jemand mit Tomaten wirft: Ich beziehe mich mit der Überschrift natürlich auf Kehlmanns Ich und Kaminski. Als Autor neige ich vielleicht zu einer gewissen Ich-Bezogenheit, aber ganz so schlimm ist es dann doch (noch) nicht um mich bestellt;-).


Vor kurzem habe ich mit Die Schädelinsel ein Abenteuer der Pulp-Ikone Doc Savage übersetzt. Das Projekt hat mir Spaß gemacht, aber eigentlich reicht es mir mit den Übersetzungen dann auch schon wieder. Ja, eigentlich

Zu Weihnachten habe das absolute Kleinod Wonderlands von Laura Miller geschenkt bekommen. In dem Buch werden legendäre literarische Wunderwelten präsentiert, u.a. eben auch Die Zeitmaschine von H.G. Wells. An dieser Stelle belassen wir es einfach mal dabei, dass ich diese Geschichte abgöttisch liebe.

In dem Kapitel über Wells war dann auch der Hinweis auf eine Kurzgeschichte, die nicht ganz unwesentlich im Bezug auf diesen Klassiker der Science Fiction-Literatur ist: The chronic argonauts. Bisher war mir die Geschichte absolut unbekannt, deshalb wollte ich sie natürlich sofort in meinen Besitz bringen.

Ich konnte nirgends eine deutsche Übersetzung auftreiben, also habe ich mir eben das englische Original besorgt. Die Geschichte hat mich gleich in ihren Bann gezogen und völlig überzeugt. Die Argonauten sind faszinierend, spannend und zugleich auch hintergründig witzig. Zeitweise fühlte ich mich beim Lesen an G.K. Chesterton und Ambrose Bierce erinnert. Meine Begeisterung war sogar so groß, dass ich die Geschichte einfach selbst übersetzt habe. Ich habe ja noch nicht genug Projekte…

Ich bin mächtig stolz, denn die Übersetzung wurde jetzt veröffentlicht und ist somit auch wieder auf Deutsch erhältlich. Sie trägt den Titel: Die Argonauten der vierten Dimension und ist beim freundlichen Herrn Bezos (Amazon) als Taschenbüchlein und E-Book erhältlich.

Da ich noch einige zusätzliche Informationen recherchiert habe, gibt es auch noch ein Nachwort on top dazu. Das Büchlein sollte für jeden Freund der Phantastik ein echtes Schmankerl sein. Also, in Neusprech: Gönnt´ Euch, Diggis!

Mein Trip mit Doc Savage nach Skull Island

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Copyright: Edition Bärenklau / Cassiopeia Press

Ja, Leute… Es ist vollbracht – ich habe meine erste “Übersetzung / redaktionelle” Bearbeitung abgeschlossen und es war eine spannende Erfahrung.

Doc Savage ist einer der Giganten des Pulp Genres. Als ich die Möglichkeit bekam, dieses besondere Abenteuer von Will Murray zu bearbeiten, habe ich gleich zugeschlagen. Mir blieb sozusagen keine andere Wahl.

Worum geht es geht? Lest selbst: Ein denkwürdiger Tag für New York: King Kong wurde durch ein Geschwader der U.S. Navy getötet. Was soll aber jetzt mit dem gewaltigen Kadaver des Affen geschehen? Kein anderer als Clark Savage junior wird in dieser Sache um Hilfe gebeten. Er ist der Mann aus Bronze, der auch als Doc Savage bekannt ist. Gemeinsam mit seinen treuen Freunden kümmert er sich um die Angelegenheit. Dabei stellt sich schnell heraus, dass die beiden Legenden King Kong und Doc Savage durch etwas miteinander verbunden sind. Das Abenteuer führt den Bronzenen zu der sagenumwobenen Insel Skull Island. Dort stößt Doc auf die Spuren einer verschollenen Zivilisation, einen erbitterten Feind und auf prähistorische Giganten. Dabei soll es aber nicht bleiben, denn erstmalig werden auch die Ursprünge von Doc Savage beleuchtet. Will Murray komplettiert auf diese Weise eindrucksvoll das Universum um den legendären Abenteurer und Kämpfer für das Gute. DIE SCHÄDELINSEL ist dabei so spannend geraten, dass Sie es keinesfalls aus der Hand legen möchten – außer um eine kurze Atempause zu bekommen!

Ja, richtig gelesen: King Kong, Doc Savage und Skull Island. Was könnte das pulpige Herz mehr erfreuen? Euch erwartet eine absolut spannende und manchmal durchaus dramatische Story um Doc und sein Team. Wer Abenteuerromane liebt, wird hier voll auf seine Kosten kommen. Viel Spaß damit!

Neben dem Hardcover wird es auch eine Taschenbuchausgabe und eine E-Book-Fassung geben.

Mein neuer Maddrax

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Mein neuer Maddrax ist an den Kiosken und online erhältlich: “Auf Blut gebaut”. Schaut mal rein, gefährdet die Langeweile!

Copyright: Bastei Lübbe