
Seit einiger Zeit dokumentiere ich meine Leseerfahrung der Serie Dr.Morton in Form kurzer Rezensionen. Mein neuestes Abenteuer ist Band 113 Dr. Morton macht Tote lebendig. Beim Lesen gehe ich nicht chronologisch vor, sondern lese meist abwechselnd einen neuen und dann einen alten Band. Auf diese Weise bleibe ich auch bei den neuen Abenteuern am Ball und kann für mich ganz interessante Vergleiche ziehen.
Die Bände 4 Biedermann und Rauschgifthändler, 5 Mr. Gregory kann nicht sterben und 6 Dr. Morton empfiehlt Selbstmord hatten mir durch die Bank gut gefallen, aber es fehlte mir etwas der ganz eigene Sense of Wonder, der vor allem durch die Betonung der medizinischen Seite der Abenteuer und Dr. Mortons Rolle als Antiheld zustande kommt. Außerdem fehlte mir auch Grimsbys pechschwarze Seite. Aus dem Grund habe ich mich jetzt für Band 113 entschieden und habe es definitiv nicht bereut.
Der Roman verfügt über eine spannende Prämisse: Was, wenn man Herzinfarkttote wieder zurück ins Leben holen könnte? Hinzu kommt, dass relativ viele medizinische Details genannt werden, die durchaus als Erklärung für die o.g. Idee dienen. Permanent existiert eine drängende Spannung, die den Leser von Seite zu Seite blättern lässt. Man will einfach wissen, was als nächstes passiert. Dabei wirkt der Roman wie eine gut geölte Maschine und die narrativen Zahnräder greifen lautlos und unsichtbar ineinander, ohne den Leser mit einer überkomplizierten Handlung zu überfordern. Das war ein richtiges Lesevergnügen!
Politische Korrektheit sucht man bei Dr. Morton vergebens und das ist einfach ein echter „Wholesome-Faktor“. Alleine damit sticht die Serie unter vielen anderen hervor. Der Leser bekommt ehrliche, dreckige Pulp-Kost – keinen veganen Sojaauflauf!
Wenn es kracht, dann meistens richtig und die Figuren verhalten sich, wie ihre Charaktere es ihnen vorgeben. Dennoch bietet der Roman am Ende ebenfalls auch eine Portion Stoff zum Nachdenken. Das geschieht aber völlig ohne erhobenen Zeigefinger, sondern erschließt sich dem geneigten Leser – oder auch nicht.
Band 113: Dr. Morton macht Tote lebendig ist für mich ein Highlight der Serie. Wer immer sich hinter dem Pseudonym John Ball verbirgt, kann auf diese „Sprechstunde“ besonders stolz sein!